Scharfschützinnen der Liga sind zu Gast

Das erste von drei Endspielen im Kampf um den Klassenerhalt steht an. Am Sonntag um 16 Uhr empfangen die BG 74 Veilchen Ladies die Chemcats aus Chemnitz. Team, Trainer und Management wünschen sich eine volle Halle und viel Unterstützung.

Das war schon ein Paukenschlag am vergangenen Sonntag. Mit 102:77 besiegten die Chemcats die SV Halle Lions, die damit so gut wie abgestiegen sind. Und den Akteurinnen aus Sachsen gelang ein Kunststück, das seinesgleichen sucht. 16 von 24 Drei-Punkt-Würfen fanden den Weg in den gegnerischen Korb. Das macht eine Trefferquote von 66,6 Prozent. In den online zugänglichen Archiven der DBBL gibt es kein einziges Match mit einer derart hohen Quote. Giannis Koukos und sein Team sind also gewarnt.

Dabei ist auch Chemnitz eine Mannschaft, die trotz sieben Siegen absteigen könnte. Denn bei drei aussstehenden Spieltagen könnte die auf Rang 11 platzierte BG im Falle von drei Erfolgen noch am kommenden Gegner vorbei ziehen, sofern dieser kein Spiel mehr gewinnt. Deshalb werden beide Kontrahenten alles daran setzen, die zwei Punkte auf der Habenseite zu verbuchen. Im Hinspiel übrigens siegten die Veilchen relativ souverän mit 75:54. Damit würde auch der direkte Vergleich für die Veilchen sprechen – wie übrigens auch gegen Halle und Heidelberg.

Aber Chemnitz kommt mit einer hochkarätig besetzten Mannschaft an die Leine. Im Kader finden sich 13 Spielerinnen aus acht Nationen, darunter nur zwei Deutsche und Trainerin Armanda Davidson, die allerdings bislang auf einen Einsatz verzichtete. Erfolgreichste Schützin der Katzen ist die Schwedin Abigal Asoro, die pro Partie 16,4 Punkte erzielt. Hinzu kommen 9,6 Rebounds. Zum Vergleich: Verdine Warner als bislang Beste der Veilchen bringt es auf 11,8 Punkte und 10,4 Rebounds.

Hinter Asoro finden sich bei den Chemcats aber einige weitere äußerst gefährliche Spielerinnen. Die Amerikanerinnen Valerie McQuade (11,7 Zähler pro Partie) sowie Kendall Noble (11,3) punkten zweistellig. Die Französin Margot Vidal-Geneve liegt mit 9,5 Punkten nur knapp darunter. Diese vier stehen deshalb auch in jeder Partie gut 30 Minuten auf dem Court. Ergänzend kommen vor allem die Niederländerin Jacobine Klerx, Neuzugang Laura Audere (zuletzt verletzt) und das 19jährige deutsche Nachwuchstalent Lucile Peroche zum Einsatz.

Im Gegensatz zu den Veilchen hat es Chemnitz geschafft, die entscheidenden Spiele gegen die Konkurrenten um den Abstieg für sich zu entscheiden. Deshalb liegt das Team von Armanda Davidson aktuell sechs Punkte vor der BG auf Platz 8, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigen würde. Das soll sich aber ändern. Zumal Marissa Janning nach auskurierter Brustbeinprellung bereits am vergangenen Wochenende in Marburg wieder im Einsatz war. Headcoach Giannis Koukos kann also personell aus dem Vollen schöpfen.

Die Verantwortlichen hoffen, dass die Mannschaft an die tolle Leistung gegen Hannover und zuvor gegen Herne anschließen kann. Auch wenn das Match gegen den HTC mit 79:80 nach Verlängerung denkbar knapp verloren ging – Herne ist aktuell das Team der Stunde und hat sogar Tabellenführer Keltern geschlagen. Das sollte auch den Veilchen ausreichend Selbstvertrauen geben.